Concept

MENATWORK ist eine Ausstellung über die Arbeit, das Schweigen zur Arbeit und die mit ihr verbundenen Strapazen.
Sie umschreibt den Schweiß, die Hitze und die Kälte, die Erde und den Himmel, die tiefen Falten und angespannten Muskeln.

MENATWORK ist eine Foto-Ausstellung.
Die Ausstellung erzählt über ein IPhone und die Welt, in die man über diesen kleinen Bildschirm eintaucht. Fotos von Schuhen, Händen, Rücken, Mühseligkeiten und Schweiß. Jedes Foto stellt einen Moment des Schweigens, der Stille dar, die häufig von Bewegung gekennzeichnet ist. Viele und doch so verschiedene Aufnahmen, in denen die Arbeit, jede Art von Arbeit, ohne gekünstelte Körperhaltungen und ohne Wegweiser geschildert wird. Einige Fotos wurden unbemerkt geschossen, einfach gestohlen und mit ihnen auch Augenblicke des täglichen Lebens fremder Menschen.
Der Architekt und Designer Marco Puzzo ist der Schöpfer der Fotos und erzählt ihre Geschichten.

MENATWORK ist eine Skulpturen-Ausstellung.
Unterschiedliche Metallgegenstände nehmen Gestalt an und erheben sich in der Mitte des Saals. Objekte aus Eisen, einem Material, das eng mit der Arbeit und den Strapazen, die zu ihrer Ausführung bewältigt werden müssen, verbunden ist. Die Skulpturen erzählen von dem Kraftaufwand, der für die Bearbeitung dieses Materials, das durch die Hand des Menschen entsteht und verwandelt wird, erforderlich ist. Das Verfahren ist beschrieben, die Metamorphose ist vollbracht. Das ursprünglich rohe Material verfeinert sich, beugt sich der Kraft und verformt sich, nimmt Glanz an und weist eine unerwartete Leichtigkeit auf. Und der Mensch wird sich bewusst, dass sich sein Werk in dieser Metamorphose verwirklicht.
Luigi Tirino, Künstler und Handwerksmeister, realisiert die Skulpturen und erzählt eine andere, ihre Geschichte.

MENATWORK ist zudem Lärm.
Der Lärm, der uns während der Arbeit begleitet und ihre Hintergrundmusik bildet. Die Besucher der Ausstellung werden von den Geräuschen der Maschinen, von den durchdringenden und hohen Klängen der Werkzeuge, der Hämmer, die gegen die Wände schlagen, der Meißel und der Steine begrüßt. Empfangen werden sie von der Musik der Strapazen und des Schweißes.
Marco und Luigi, beides Musiker, wissen sich mit dem Klang und dem Lärm zu vermitteln, besuchen Fabriken und Baustellen, gehen durch die Straßen und die Märkte, um die Stimmen der Arbeit einzufangen, die sie dann vermischen, zusammenstellen und bereichern, um sie dann erneut darzubringen und mit ihnen eine neue Geschichte zu erzählen.

MENATWORK ist eine Hoffnung.
Sie beschreibt und präsentiert nicht nur die existierende, die reelle, die gelebte Arbeit: Wenn sich Italien auf die Arbeit gründet und die Verfassung dieses bestätigt und als Grundprinzip eines gesamten Volkes festlegt, so muss dieses wesentliche Konzept wideraufgenommen, gesät, begossen und zum Sprießen gebracht werden, wie ein Rasen, der in der warmen Jahreszeit aufblüht, wie ein Feld bunter Blumen, die nur darauf warten, gepflückt zu werden und die Ecken und Tische unseres täglichen Lebens zu schmücken.
Die aufgeblühten Blumen sind schlanke Eisenelemente mit einem feststehenden Sockel, einem Stängel und einer Buchstaben-Blume. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Genau 48, die Anzahl der Buchstaben, die den ersten Teil des Artikels 1 der Verfassung, der die Arbeit als Grundlage unseres Landes festsetzt, bilden.
Ein Garten, ein Feld aus Blumen: Kleine Totems, die ein Ganzes von unvorstellbarem symbolischem, weit über die Bedeutung des einzelnen hinausgehendem Wert zusammenstellen. Jede Blume stellt ein mit der Veranstaltung verbundenes Einzelstück dar und als solches ein Kunstwerk von ganz bestimmtem Sinngehalt, der dieses zu einem einzelnen/Teil/eines/Ganzen macht und den Besucher, der es wählt, nimmt und wegträgt, immer begleiten wird.
Die 48 Blumen, Symbol der Arbeit und der Tätigkeit des Menschen trennen sich am Ende der Ausstellung und blühen an 48 verschiedenen Orten erneut auf, um eine Botschaft von Hoffnung und Befreiung zu verbreiten.
Der Garten erzählt die letzte, feierliche und kaum wahrnehmbare Geschichte, die den Keim aller anderen in ihrem Schoß bewahrt.